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Wahlprogramm Version 1.3
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Diese wie auch die ersten beiden Versionen des Wahlprogramms können auch unter www.myspace.com/sunnyicecream im Blog nachgelesen werden.
Der Kulturminister
Als Kulturminister sehe ich meine primäre Aufgabe, die Kultur in ihrer ganzen Breite gegenüber Politik und Gesellschaft zu vertreten – und zwar sowohl die Seite der KünstlerInnen wie auch die VeranstalterInnen (Organisatoren, Ton- und Lichttechniker, etc.). Ich möchte einerseits als Kulturminister Ideen und Visionen entwickeln und diese möglichst nach aussen tragen. Andererseits ist es mir aber auch wichtig aktuelle Diskussionen weiterzuführen und das Machbare zu fordern. Dafür erachte ich die Vernetzung mit den Kulturverbänden und verschiedenen Einzelkämpfern und –initiativen als äussert wichtig.
Kein Luxusdampfer
Da ich die Seite des Künstlers wie des Veranstalters kenne, weiss ich um die unterschiedlichen Perspektiven. Was aber sowohl die Künstler- wie auch die Veranstalterseite gemeinsam haben, ist eine Berufung und damit verbunden leider vielfach ein Überlebenskampf mit Löhnen unter, am oder knapp über dem Existenzminimum! Davon sind Künstlerinnen und Künstler in ziemlich allen Sparten betroffen, egal ob in der Hoch- oder Populärkultur!
Und dies geschieht in einem Umfeld, in dem Kultur zum Standortfaktor geworden ist und immer mehr Leute Kulturanlässe besuchen. Der einzelne wie auch die Städte und die Gemeinden wollen zwar das „Luxusgut“ Kultur, aber die Selbstverständlichkeit die Kulturschaffenden existenxsichernd zu entschädigen, leistet man sich in der Schweiz nicht.
Es sitzen daher alle Kulturschaffenden im gleichen Boot! Dieses Boot ist kein Luxusdampfer. Wenn das Boot aufgrund der Wirtschaftskrise nun zusätzlich zu schlingern beginnt, muss befürchtet werden, dass einige über Bord gehen.
Laut aktuellen Untersuchungen wird bereits zehn Prozent weniger für Kultur ausgegeben als noch vor einem Jahr. Andererseits gibt es aber auch Kulturveranstalter, die momentan zulegen. Es ist also noch unklar, wer wie stark von der Krise getroffen wird. Was sich aber sicher bald einmal bemerkbar macht, ist die Kürzung von Unterstützung von Seiten der Sponsoren und Stiftungen.
Konjukturprogramm Grundeinkommen
Sollen die Kulturschaffenden in der Schweiz in den nächsten Jahren nicht zusätzlich darben, gibt es nur eins: Ein Konjukturprogramm in Form eines Grundeinkommen für Künstlerinnen und Künstler! Und selbst wenn es die Krise nicht gäbe oder die Kulturszene auf wunderbare Art und Weise verschont bleiben würde, es gibt nur eins: Ein Grundeinkommen für die Künstlerinnen und Künstler! Da Kultur heute ein wichtiger Bestandteil des Lebens (und des Standort-marketing) ist, kann es nicht sein, dass die Kreativszene weiterhin kaum existenzsichernde Einkommen haben. Nehmen wir uns Frankreich als Vorbild, das ein System eigens für die Künstler eingerichtet hat.
Die Forderung nach einem Grundeinkommen für die Künstlerinnen und Künstler wäre ganz klar das Schwergewicht meiner Arbeit als Kulturminister. Um dies zu erreichen müssen einerseits vorhandene Strukturen (Verbände, etc.) miteinbezogen werden. Ich würde aber auch die Gründung „einer Gewerkschaft“ für die Kulturschaffenden anstreben. Eine Zusammenarbeit mit dem Zürcher Filmemacher und Gemeinderat Andrew Katumba, der einen Verband für die Kreativwirtschaft möchte, ist zu prüfen. Einiges an Energie ist zu investieren, dass eine gute Vernetzung in Bundesbern stattfindet.
Ein Grundeinkommen für die Kulturszene soll den Charakter eines Pilotprojektes haben. Es kann vorerst für einen begrenzten Zeitraum von fünf bis zehn Jahren eingeführt werden und von Studien begleitet werden. Dabei soll unter anderem der Faktor untersucht werden, wie sich ein Grundeinkommen auf Kreativität und Leistung der Künstlerinnen und Künstler auswirkt. Es gibt einen Mythos, dass die Künstler einen gewissen Leidensdruck brauchen, um zu wirken. Ich selber glaube eher nicht daran – aber es wäre sicher aufschlussreich dies zu beobachten.
Auch in Bezug darauf, dass ein Grundeinkommen längerfristig ein Thema für die gesamte Bevölkerung sein könnte, ist eine begleitende Studie wichtig. Ein Grundeinkommen sollen nicht nur Künstler erhalten, sondern auch Veranstalter, Techniker, etc. Es ist zu prüfen, ob auch Personal an Bar und Kasse eingeschlossen wird, da man dadurch nochmals ein anderer Kreis von Arbeitenden in den Versuch mit einbezieht.
Etablierte Künstler, der Nachwuchs und die Missbrauchsdebatte
Wenn nun ein Grundeinkommen probehalber für Kulturschaffende eingeführt würde – ja dann, dann möchte ich auch ein Künstler sein! Dies könnte sich so mancher sagen, der bis anhin auch ein wenig malt, schreibt oder Theater spielt in seiner Freizeit. Oder umgehend damit beginnt. Wer nun den „Künstlerstatus“ erhalten soll und wer nicht – dafür müssen Kriterien ausgearbeitet werden.
Einerseits sind da die organisierten, etablierten Künstler, die heute bereits gewissen Kriterien genügen müssen, damit sie von ihren Verbänden überhaupt aufgenommen werden. Dies ist zum Beispiel bei den Schriftstellern und den Malern der Fall. Da ist der Fall klar – diese Künstlerinnen und Künstler erhalten ein Grundeinkommen.
Ich persönlich würde aber ein System fordern, das nicht nur gestandenen Künstlerinnen und Künstlern ein Grundeinkommen gewährt. Auch ein „Karrierestart“ soll mit einem Grundeinkommen möglich sein. Gerade die ersten Jahre sind meist sehr schwierig. Und die begleitende Studie wird aussagekräftiger, wenn nicht nur etablierte Künstler berücksichtigt werden.
Um einer Missbrauchsdebatte möglichst vorzubeugen, braucht es Bedingungen. Und zudem wird man nicht drum herum kommen mindestens für die Phase des Pilotprojektes eine maximale Anzahl Künstlerinnen und Künstler festzulegen, die profitieren können. Die Kosten müssen kalkulierbar sein, wenn das Anliegen auf politischer Ebene eine Chance haben soll.
Die notwendigen Bedingungen festzulegen wird nicht ohne eine breite Diskussion mit den Verbänden möglich sein. Mögliche Kriterien sind ein Motivationsgespräch und der künstlerische Output. Dieser muss bei einem motivierten Jungkünstler gegeben sein, während bei gestandenen Künstlern dem Umstand Rechnung getragen werden soll, dass kreative Pausen dazu gehören. Das Nichtstun, das Umherschweifen und das Beobachten ist ein unerlässlicher Bestandteil im künstlerischen Prozess.
Nun noch kurz zur Frage wie hoch ein Grundeinkommen sein könnte. Auch das muss aber sicher noch mit den Verbänden und den Künstlern noch diskutiert werden. Das Grundeinkommen soll zwischen 2500 und 3000 Franken monatlich betragen. Übersteigt das Grundeinkommen und das reguläre Einkommen den Betrag von 4500 Franken, reduziert sich das Grundeinkommen entsprechend.
Wird also ein Schauspieler sowieso mit 4500 Franken von seinem „Arbeitgeber“ entlöhnt, erhält er weiterhin 4500 Franken. 2500 Franken Grundeinkommen und 2000 Franken Lohn. Der Arbeitgeber zahlt aber zusätzlich 2500 Franken an die Grundeinkommenskasse.
Hat ein bildender Künstler in einem Monat ein Einkommen von 1200 Fr. erhält er zusätzlich 2500 Fr. Grundeinkommen.
Verdient der Musiker als Lehrperson 3500 Fr. und hat in diesem Monat kein einziges Konzert, gibt es 2500 Franken Grundeinkommen und 2000 Franken Lohn. 1500 Franken gehen an die Kasse.
Die Subventionen
Speziell angeschaut werden müssen die Subventionen an die Kulturbetriebe und die Verbände. Ein Theater das auf der Seite der Einnahmen einen Subventionsbetrag verbuchen kann und damit vor allem Löhne zahlt, muss dort sicher eine Reduktion in der entsprechenden Höhe in Kauf nehmen. Es soll nach der Einführung des Grundeinkommens finanziell nicht oder nur minim besser gestellt sein. Ein Konzertclub, der aber viel weniger erhält – vielleicht nur Defizitgarantien für ein Dutzend Konzerte pro Jahr, soll diese weiterhin zum grössten Teil erhalten. Damit könnten gewisse Ungleichgewichte, die aktuell bestehen, reduziert werden.
Dass ein Teil der Subventionen zurückbehalten werden kann, wird vermutlich ein wichtiges Argument sein damit man in Bundesbern eine effektive Chance hat. Dies ist in der Grundeinkommensdebatte – auch in Bezug auf den Sozial- und Landwirtschaftsbereich – ein wichtiger Faktor. Ein grosser Teil der Kosten, die bei der Einführung eines Grundeinkommens anfallen, werden umgelagert und entstehen nicht neu!
Die Sache mit den Subventionen und der Werkbeiträgen muss mit den Verbänden, den Kulturbetrieben und den Künstlern sicher breit diskutiert werden, bevor diesbezüglich etwas kommuniziert werden kann. Wenn darüber kein Konsens besteht, kann es das ganze Anliegen gefährden. Es würde der Sache sehr schaden, wenn ein Teil der Kulturszene, sich darum in der Öffentlichkeit gegen ein Grundeinkommen stellen.
Sicherheit für Kulturschaffende
Kulturschaffende brauchen nicht nur ein Grundeinkommen – sondern auch soziale Sicherheit. Die Einkommen sind heute vielfach so tief, dass es sich die Künstlerinnen und Künstler gar nicht leisten können, sich bei Vorsorgeeinrichtungen zu versichern. Im Parlament ist das Bewusstsein für diese Missstände vermutlich nur marginal ausgebildet. Es muss noch mehr Energie in die Lobbyarbeit fliessen. Der Kulturminister will dabei die Verbände (z.B. Schweizerischer Bühnenkünstlerverband) in ihrem Kampf unterstützen. Es ist zu prüfen ob das Bewusstsein der Bevölkerung dafür mit gezielten Aktionen, die Öffentlichkeit schaffen, gestärkt werden muss um mehr Druck auszuüben. Dies könnten Petitionen und vielleicht sogar eine Initiative sein. Auch Streik könnte ein Thema sein (ob während einer Minute oder einer Woche). Und gezielte Aktionen im öffentlichen Raum – es ist dafür ja viel Potential vorhanden im künstlerischen Umfeld.
Stadtentwicklung, Gentrification und Kulturräume
Kultur ist in den letzten Jahren auch in der Schweiz zu einem immer wichtigeren Standortfaktor geworden. Die Entwicklung kommt aus Städten wie New York, Barcelona, Amsterdam, Berlin und Hamburg, die sich von externen Beratern Stadtentwicklungskonzepte haben schneidern lassen, in denen der Kultur eine prominente Rolle zukommt. Diese Konzepte gehen von einem Wettbewerb der Metropolen aus und fordern die einzelne Stadt dazu auf sich in diesem zu positionieren. Das Management der neuen Wachstumsbranchen (IT, Medien, Mikroelektronik, Bio- und Gentechnologie) soll angelockt werden. Die hoch qualifizierten Arbeitskräfte dieser Branchen verlangen nach innerstädtischem Wohnen auf hohem Niveau und nach einer lebendigen Stadt mit breitem Kulturangebot. Bei der Wahl eines Firmensitzes spielt umgekehrt der Pool an Arbeitskräften eine wichtige Rolle.
Um in diesem Wettkampf erfolgreich zu sein, werden in den Zentren der Städte neuer Arbeits- und Wohnraum geschaffen (z.B. Media-Spree Berlin und Hafencity Hamburg) oder bestehender Wohnraum aufgewertet. Kultur hat dabei gleich verschiedene Funktionen. Sie soll einerseits Leben in die neuen oder aufgewerteten Quartiere bringen. Weiter soll sie Zuwachs von aussen herbeilocken – neue Arbeitskräfte, neue Firmen, neue Touristen. Andererseits wird sie aber selber zu einem unmittelbaren Beitrag zum Bruttosozialprodukt.
Weitere Faktoren in diesem Wettstreit sind die Verwendung öffentlicher Mittel für die Planung neuer Quartiere, während die Gewinne teils mehr, teils weniger hoch besteuert werden (gerne auch etwas weniger hoch, da die Steuern ja auch ein Bestandteil des Wettkampfes zwischen den Städten sind). Zudem wird umgekehrt bei den Sozialausgaben inklusive dem sozialen Wohnungsbau der Rotstift angesetzt. Die Mittel sind knapp und Mehrausgaben bedingen Einsparungen auf anderen Gebieten.
Durch die Aufwertung der Quartiere steigt das Mietniveau. Die so genannte Gentrification setzt ein. Das heisst, dass einkommensschwache Gesellschaftsschichten aus bestimmten Quartieren gedrängt werden. Betroffen sind einerseits Migranten aus der Arbeiterschicht. Aber auch die meist einkommensschwache Kreativszene wird durch die steigenden Mieten in ihrer Existenz bedroht. Ironischerweise stand diese Kreativszene aber vielfach am Anfang dieser aufwertenden Entwicklung. Dies kann in der Schweiz zum Beispiel in Zürich in den Kreisen 4 und 5 beobachtet werden.
Dazu ein Zitat von Philipp Klaus (Stadt, Kultur, Innovation): „In grösseren Städten wie London und New York ziehen die kreativen Kräfte in andere geeignete, arme Stadtviertel um. In kleineren Städten besteht die Gefahr, dass das kreative Potential stark beschnitten wird und versiegt, weil es keine Ausweichmöglichkeit in andere Quartiere gibt.“
Zwar wurde zu Gentrification auf internationale Ebene in den letzten Jahren viel geforscht. Spezifisch auf die Schweiz bezogen sind die Informationen eher dürftig – speziell in Bezug auf die Wichtigkeit der Mietsituation für die Kulturschaffenden. Dies möchte ich mit einer Studie ändern, die optimalerweise in Zusammenarbeit mit Studenten erstellt wird. Dabei soll auch untersucht werden wie Gentrification gebremst werden kann, wie mögliche Schutzmassnahmen für die Kreativszene aussehen können und ob ein Kulturwohnungsbau möglich ist. Auf dem Lagerplatz in Winterthur, wo ich im Vorstand des Quartiervereins sitze, haben wir einen solchen Wohnungsbau für Kulturschaffende vorsichtig angedacht.
Mit den Ergebnissen dieser Studie werde ich in verschiedenen Schweizer Städten Podiumsdiskussionen organisieren. Dabei sollen Vertreter der Städte eingeladen werden und so eine Diskussion angestossen werden.
Urheberrechte
Mich einzuarbeiten in die Debatte um die Urheberrechte wäre wohl unerlässlich wenn ich zum Kulturminister gewählt werde. Ich habe zwar in den letzten Jahren alles gelesen was mir in Kultur- und Musikzeitschriften zur Urheberrechtsdebatte in die Finger gekommen ist. Es ist vielleicht gar nicht das Fachwissen, das mir fehlt – sondern die klare Position! Einerseits bin ich mir bewusst, dass das sowieso bereits knappe Einkommen der Künstler zusätzlich unter Druck gerät.
Andererseits bin ich mir durch meine intensive Auseinandersetzung mit Musik bewusst, dass es so etwas wie „kreativer Umgang“ mit bereits existierenden Werken gibt. Man nimmt bestehendes und setzt es in einen neuen Kontext. Dies kann durchaus ein künstlerischer Prozess sein und besseres Verstehen bewirken. Dies sollte zukünftig weiterhin möglich sein.
Zudem haben Studien bewissen, dass „die Downloader“ zu den letzten gehören, die für Tonträger überhaupt noch Geld ausgeben. Prozesse gegen diese Klientel könnten sich also auch kontraproduktiv auswirken. Damit sind wir aber bei anderem Aspekt des Problems. Durch die grosse Verfügbarkeit von Musik (sowie Film, Visuellem und Texten) ist die Bereitschaft dafür zu zahlen zunehmend in Frage gestellt. Damit haben noch andere als nur die Künstler zu kämpfen – zum Beispiel die Zeitungen.
Wenn nun alle neuen Vermittlungswege von Kultur (vor allem über das Internet) auch entgeltet sein sollen, ist dies mit grossem Aufwand und Problemen in der Umsetzung verbunden. Dieser Kampf wird im Bereich Popmusik zudem vor allem von einigen wenig glaubwürdigen Verwertungsgesellschaften geführt (die grössten Plattenlabels). So nutzen umgekehrt viele Musiker das Internet zur Verbreitung ihrer Musik. Es wird bei diesen Künstlern davon ausgegangen, dass der Promotionaspekt das entgangene Entgelt aufwiegt.
Ich bin durchaus der Meinung, dass unbedingt eine Diskussion geführt werden muss und nach neuen Formen gesucht werden muss, wie Künstler zu ihrem Recht (Geld) kommen. Wir müssen uns aber auch ein Stück weit auch damit abfinden, dass gewisse Leistungen im Internet unentgeltlich zu haben sind und den einzelnen Künstler auf indirektem Weg entschädigen. Für jeden verkauften Rohling, MP3-Player und Computer fliesst Geld an die Urheberrechts-gesellschaften. Aber auch über die „ganz normalen Steuern“ könnte dies geschehen. In welcher Form es wieder verteilt wird, muss diskutiert werden. Es könnte vielleicht sogar an die Institution gehen, die ein Grundeinkommen an die Künstler verteilt.
Und noch ein Aspekt der Sache: Ein Qualitätsprodukt, das einen emotionalen Bezug ermöglicht, findet immer Abnehmer, die auch dafür bezahlen. Unter Umständen sogar mehr, wenn es sich um exklusives, besonders schönes oder limitiertes Produkt handelt. Etwas mehr Selbstbewusstsein und weniger Verunsicherung täte gerade den Musikern diesbezüglich gut. Wobei dieses Selbstbewusstsein teils durchaus festgestellt werden kann. Es gibt in zwischen Bands, die sich die Produktion ihrer CD von ihren Fans vorfinanzieren lassen. Im Bereich Popmusik sind es die grossen Plattenlabels, die am lautesten jammern (die haben auch am meisten verdient und darum allen Grund am lautesten zu jammern).
Interessante Ansichten zur Debatte:
http://www.zeit.de/themen/digital/urheberrecht/index
Nun liesse sich in diesem Zusammenhang auch noch die Suisa hinterfragen. Ist der Verwaltungsaufwand zu gross? Geht das Geld an die Richtigen? Wie wird das Geld der Stiftung verteilt. Von meiner Arbeit im Vorstand von Petzi her weiss ich aber, dass Verhandlungen mit der Suisa aufwendig sind und ich würde mich erstmal bei den Verbänden umhören, ob und wo da der Schuh drückt.
Schweizer Künstler im Ausland
Präsentiert sich die offizielle Schweiz im Ausland, tut sie dies meist mit Jodel und Alphorn. Dies ist nur ein Teilaspekt der Schweizer Kulturlandschaft. Und erst noch einer, der im Ausland, die Schweizer als ein Verein von „Traditionalisten“ erscheinen lässt. Von dieser Schweiz fühle ich mich persönlich wenig bis gar nicht vertreten. Ich fordere daher mehr Klassik, modernes Theater und Pop! Um dies zu erreichen werden die zuständigen Ämter kontaktiert, analysiert wer zu Zuge kommt, dies auch im Inland kundgetan (gegenüber Medien) und geprüft wie ein gewisser Druck aufgebaut werden kann, damit sich etwas ändert.
Weitere Themen
Es gäbe weitere Themen – aber dieser Text ist sowieso bereits zu lang (ihr habt tatsächlich durchgehalten – Gratulation!). Darum möchte ich mich sehr kurz fassen was ein paar weitere, mögliche Forderungen anbelangt. Und ich möchte nicht versprechen, dass ich da als Kulturminister auch noch viel Zeit investieren könnte. Aber trotzdem: Mehr Präsenz in den Medien! Bessere Sendezeiten beim Schweizer Fernsehen! Mehr Kultur in den Schulen! Mehr Kultur!!!
Programme électoral version 1.2
Cette version du programme électoral, comme la première, peut aussi être consultée dans le Blog sur www.myspace.com/sunnyicecream
Ce programme électoral – c’est-à-dire ce texte – est en fait beaucoup trop long au vu d’Internet. Alors respirez un bon coup, puis essayez de tenir le coup aussi longtemps que possible. Je crois en vous !
Le programme électoral pour l’élection !
Election sur www.ministeredelaculture.ch
En premier lieu ce qui suit :
En fait, il serait temps que le ministère de la culture relève d’une femme. Comme je ne peux pas vous être d’un grand secours, je vous suggère d’avoir une attention toute particulière pour des artistes femmes, autant faire que peu (dans les forums, les groupes de travail, les relations publiques).
Pas une croisière de luxe
Comme je connais les deux aspects, celui de l’artiste et celui de l’organisateur, je n’ignore pas les diverses perspectives. Ce que l’artiste a de commun avec l’organisateur, c’est la vocation qui est malheureusement la plupart du temps liée à la survie avec des salaires sous, ou juste au-dessus de la barre du minimum vital ! Ce qui affecte les artistes des deux sexes dans presque tous les domaines, indépendamment de la « haute » culture ou de la culture de masse !
Et c’est le cas dans un milieu où la culture est reconnue comme étant ancrée dans la tradition et visitée par un public toujours plus nombreux. D’une part, les individus comme les villes et les communes tiennent au « produit de luxe » culturel, mais d’autre part l’évidence d’assurer aux acteurs culturels un minimum vital ne semble pas concerner la Suisse.
Ainsi tous les acteurs culturels sont dans le même bateau ! Et ce n’est pas une croisière de luxe. Si en raison de la crise financière le bateau se met en plus à tanguer, il faut craindre que plusieurs d’entre eux passent par-dessus bord.
D’après les dernières enquêtes, on dépense déjà 10% de moins pour la culture que l’année passée. D’autre part, il y a aussi des organisateurs d’événements culturels qui passent actuellement à la vitesse supérieure. Il est dès lors encore difficile de prédire qui sera touché, et à quel point, par la crise. Ce qui par contre se fera certainement bientôt sentir, c’est la réduction du soutien de la part des sponsors et des fondations.
Programme conjoncturel sous forme de revenu minimal
Si les acteurs culturels suisses ne veulent pas souffrir d’encore plus de privation dans les années à venir, il ne reste qu’une seule solution : un programme conjoncturel sous forme de revenu minimal pour les artistes ! Et même s’il n’y avait pas de crise ou que les milieux culturels soient épargnés et se portaient à merveille, cela ne changerait rien au besoin d’un revenu minimal pour les artistes ! La culture étant un élément essentiel de la vie (et du marketing local), il n’est pas imaginable que les milieux créatifs continuent à dépendre d’un revenu qui n’assure pas le minimum vital. Prenons exemple sur la France qui a développé un système spécifique pour les artistes.
Dans mon travail, en tant que ministre de la culture, je mettrais sans aucun doute tout mon poids dans la revendication d’un revenu minimal pour les artistes. Pour atteindre ce but, il faut d’une part englober les structures existantes (associations, etc.), mais je viserais aussi à la création d’un « syndicat » des acteurs culturels. Il faudrait par exemple réfléchir à une collaboration avec le conseiller municipal et cinéaste zurichois Andrew Katumba qui milite pour une association d’économie créative. Pour tisser un bon réseau au sein de la Berne fédérale, il faudra investir pas mal d’énergie.
Un revenu minimal pour les acteurs culturels doit posséder le caractère d’un projet pilote qui pourrait d’abord être introduit pour une période limitée, entre cinq à dix ans, et accompagné d’études. Il faudrait, entre autres, examiner la manière de laquelle un revenu minimal influencerait la créativité et la performance des artistes. Il existe un mythe, celui du besoin qu’éprouverait un artiste de subir le « poids des souffrances » pour être efficace. Moi-même, je n’y crois pas vraiment – reste qu’il serait révélateur de se pencher sur la question.
Sans parler de l’impact que le revenu minimal pourrait avoir, à plus ou moins long terme, sur toute la population - ce qui souligne l’importance d’une étude qui accompagnerait le projet. Les artistes ne devraient pas être les seuls à bénéficier d’un revenu minimal, mais aussi les organisateurs, les techniciens, etc. Il faudrait examiner si le personnel actif au bar et à la caisse devrait également être inclus, on pourrait ainsi englober un autre cercle de travailleur dans le projet.
Les artistes établis, la relève et le débat sur les abus
Si le projet pilote d’un revenu minimal ne devait concerner que les artistes… et bien alors… alors, moi aussi j’aimerais être un artiste ! C’est ce que pourrait se dire tout un chacun qui jusqu’à présent se contentait d’un peu peindre, écrire ou de jouer au théâtre pendant ses loisirs ou qui se mettrait immédiatement au travail pour obtenir le statut d’artiste. Qui obtiendrait le statut d’artiste et qui ne l’obtiendrait pas – voilà qui suppose l’introduction de critères.
D’une part, il y a les artistes établis et organisés qui doivent déjà aujourd’hui se soumettre à certains critères pour être reçus dans leurs associations. Ce qui est, par exemple, le cas des écrivains et des peintres. En ce qui les concerne, la cause semble entendue – ces artistes obtiennent un revenu minimal.
Personnellement, je préférerais promouvoir un système dans lequel les artistes confirmés ne seraient pas les seuls à bénéficier d’un revenu minimal. Une personne qui débute sa carrière doit aussi pouvoir accéder à un revenu minimal. Ce sont justement les premières années qui sont souvent les plus difficiles. Et l’étude qui accompagnerait le projet serait d’autant plus probante si elle ne tenait pas seulement compte des artistes établis.
Pour essayer de parer du mieux possible à un débat sur les abus, il faut des conditions. En outre, on ne pourra se passer de définir un nombre maximum d’artistes qui profiterait du projet, du moins lors de la phase pilote. Les coûts doivent pouvoir être calculés si on veut que la demande ait une chance de passer la rampe politique.
La définition des conditions nécessaires ne sera possible qu’en engageant une large discussion avec les associations. Les critères envisageables sont un entretien sur la motivation et l’output artistique qui doit faire partie de l’univers d’un jeune artiste, alors que chez un artiste confirmé, il faut tenir compte des circonstances qui font que les pauses créatives sont inévitables. Le rien faire, l’errance et l’observation sont des éléments indispensables dans un processus artistique.
Arrêtons-nous brièvement sur le montant possible d’un revenu minimal. Cela doit également conduire à une discussion avec les associations et les artistes. Le revenu minimal devrait correspondre à une somme mensuelle entre 2'500 et 3'000 francs. Si le revenu minimal additionné au revenu courant devait dépasser un montant de 4'500 francs, le revenu minimal devrait être réduit en conséquence.
Si un comédien percevait de toute manière un salaire de 4'500 de la part de son « employeur », il continuerait à toucher 4'500 francs. C’est-à-dire un revenu minimal de 2'500 francs et un salaire de 2'000 francs. L’employeur paierait alors le surplus de 2'500 francs à une caisse de compensation.
Si au cours d’un mois, un artiste-peintre dispose d’un revenu de 1'200 francs, il obtient une somme supplémentaire de 2'500 francs.
Si un musicien en apprentissage gagne 3'500 francs, mais qu’il n’a pas de concert au cours du mois, il obtient 2'500 francs de revenu minimal et 2'000 francs de salaire. Les 1'500 francs vont à la caisse de compensation.
Les subventions
Il faut avoir une vue spécifique sur les subventions versées aux entreprises culturelles et aux associations. Un théâtre qui peut compter sur le versement d’une subvention qui lui sert avant tout à payer des salaires doit certainement s’attendre à subir une réduction proportionnelle à ses revenus. Après l’introduction du revenu minimal, il ne doit pas bénéficier d’une compensation financière ou elle doit alors rester modeste. Un club qui organise des concerts et bénéficie d’un soutien bien moindre – qui doit peut-être se contenter d’une garantie de déficit pour une douzaine de concerts annuels – doit pouvoir continuer à en jouir de manière substantielle. Il pourrait en résulter un certain rééquilibrage de la situation actuelle.
Un argument qui pèsera certainement de tout son poids sur la décision sera la retenue d’une partie des subventions si on veut avoir une chance réelle auprès de la Berne fédérale. C’est un facteur important dans le débat sur le revenu minimal – cela aussi en rapport avec les domaines sociaux et agricoles. Une grosse partie des coûts générés par le revenu minimal sera déplacée et non pas créée !
Le problème des subventions et des contributions doit être discuté de manière très élargie avec les associations et les acteurs culturels avant qu’une quelconque solution puisse être communiquée. Un manque de consensus pourrait menacer tout le processus. Si pour cette raison, une partie du milieu culturel se prononçait publiquement contre un revenu minimal, cela pourrait grandement nuire à la cause.
Sécurité pour les acteurs culturels
Les acteurs culturels n’ont pas seulement besoin d’un revenu minimal, mais aussi d’une sécurité sociale. Les revenus sont actuellement tellement bas que les artistes ne peuvent pas permettre de s’assurer auprès d’une caisse de prévoyance. Au Parlement, la prise de conscience de cet état de fait reste probablement très marginale et nécessite un lobbying plus conséquent. Le ministre de la culture veut à cet effet soutenir les associations dans leur lutte (par exemple l’association des professionnels du théâtre, du cinéma et de la télévision). Il faut réfléchir si, pour réveiller la conscience de la population, il faut exercer une plus grande pression à travers des actions ciblées ; par exemple sous forme de pétitions et peut-être même d’une initiative. Une grève pourrait aussi être à l’ordre du jour (pendant une minute ou une semaine) ainsi que des actions ciblées dans des lieux publics – ne disposons-nous pas, pour ce faire, d’un grand potentiel dans les milieux culturels.
Droits d’auteur
Si j’étais élu à la fonction de ministre de la culture, il serait indispensable que je me mêle au débat sur les droits d’auteur. Il est vrai qu’au cours des dernières années, j’ai pratiquement tout lu ce qui me tombait sous la main, dans des magazines culturels et musicaux, concernant le débat sur les droits d’auteur. Je ne suis peut-être pas en manque de technicité, mais de vision claire ! D’une part, je suis conscient que le revenu déjà précaire de l’artiste serait mis sous pression.
D’autre part, à travers ma confrontation intensive avec la musique, je suis conscient qu’il y a ce qu’on pourrait nommer « une fréquentation créative » avec des œuvres existantes. On utilise ce qui existe pour l’introduire dans un nouveau contexte, ce qui peut, sans autre, être considéré comme un processus artistique et générer une meilleure compréhension de l’œuvre. Cela devrait rester possible dans l’avenir.
De plus, des études ont prouvé que les « Downloader » sont les derniers à dépenser de l’argent pour les supports sonores. Engager des procès contre cette clientèle pourrait donc aussi se révéler contre-productif. De sorte que, nous abordons là un autre aspect du problème. À travers la grande offre musicale (comme le film, le visuel et les textes), être disposé à payer est de plus en plus remis en question. Un problème qui ne touche pas seulement les artistes, mais, par exemple, aussi les journaux.
Si toutes les voies de communication utilisées par la culture (surtout à travers Internet) devaient être rétribuées, la mise en pratique serait liée à beaucoup de problèmes et à un gros investissement. De plus cette lutte est menée, surtout dans le domaine de la musique pop, par les grosses entreprises de distribution qui sont peu crédibles (le monopole des majors). Ainsi, à l’inverse, beaucoup de musiciens utilisent Internet pour diffuser leur musique. Chez ces artistes, on part du principe que l’aspect promotionnel compense l’aspect financier.
Je suis tout à fait de l’avis qu’il faut absolument conduire une discussion pour trouver de nouvelles formes et découvrir le moyen par lequel les artistes obtiennent leurs droits (argent). Mais nous devons aussi nous résoudre à accepter que certaines prestations fournies par Internet ne peuvent être rétribuées et que l’artiste doit être dédommagé indirectement de manière individuelle. Pour la vente de chaque disque vierge, MP3-Player et ordinateur, de l’argent afflue dans les caisses des sociétés de droits d’auteur. Mais cela pourrait aussi être le cas par le biais de « taxes tout à fait normales ». Sous quelle forme pourrait-ce être redistribué ? Il faut en discuter. Peut-être même par l’institution chargée de répartir le revenu minimal aux artistes.
Et encore un autre aspect de la chose : un produit de qualité qui permet un rapport émotionnel trouve toujours des acquéreurs prêts à payer pour l’obtenir. Peut-être même de manière plus évidente lorsqu’il s’agit d’un produit exclusif, particulièrement beau ou limité. Une plus grande prise de conscience et moins de sentiment d’insécurité, voilà qui ferait le plus grand bien, et cela surtout en pensant aux musiciens. Il est vrai que l’on peut faire le constat de cette prise de conscience, du moins en partie. Il y a entretemps des groupes qui se font préfinancer la production de leurs CD par leurs fans. Dans le domaine de la musique pop, ce sont les majors qui poussent les jérémiades les plus sonores (comme les majors ont gagné le plus d’argent, ils ont donc toutes les raisons pour se plaindre à haute voix).
Des aspects intéressants concernant le débat :
http://www.zeit.de/themen/digital/urheberrecht/index
Dans ce contexte, il faudrait également remettre en question le rôle de la Suisa. Les dépenses administratives sont-elles trop importantes ? L’argent parvient-il aux bonnes personnes ? Comment l’argent est-il distribué à la fondation ? De par mon travail au sein du comité de Petzi, je sais que les négociations avec la Suisa prennent beaucoup de temps et je souhaiterais d’abord me renseigner auprès des associations pour savoir où le bât blesse.
Les artistes suisses de l’étranger
Lorsque la Suisse officielle se présente à l’étranger, c’est à grand renfort de jodle et de cors des Alpes. Ce n’est là qu’une partie du paysage culturel suisse. De plus, c’est un aspect qui fait apparaître la Suisse comme un cercle de « traditionalistes ». Je me sens peu ou même pas du tout représenté par cette Suisse là. C’est pourquoi, je revendique plus de musique classique, de théâtre moderne et de pop ! Pour atteindre ce but, il faut contacter les administrations responsables, analyser l’obtention des privilèges, se manifester aussi à l’intérieur du pays (à travers les médias) et examiner la manière d’exercer une certaine pression pour faire changer les choses.
D‘autres thèmes
Il y aurait bien d’autres thèmes auxquels se confronter, mais ce texte est de toute façon déjà bien trop long (vous avez effectivement tenu le coup et je vous en félicite !). C’est pourquoi, j’aimerais résumer très brièvement les autres revendications possibles et si je devais être le prochain ministre de la culture, je ne peux pas promettre que je pourrais investir autant de temps à les résoudre. Mais néanmoins : plus de présence dans les médias, de meilleurs créneaux horaires à la télévision suisse, plus de culture dans les écoles ! Plus de culture !!!